Ein Interview

Christa Eversmeyer arbeitet seit 1992 als Persönlichkeitstrainerin und Business Coach. Neben Teams aus Konzernen und größeren Unternehmen begleitet sie auch Einzelpersonen in Führungspositionen. Die Berlinerin macht Menschen Mut, ihre Komfortzone zu verlassen und über den Tellerrand hinaus zu blicken. In Coachings und Trainings gibt sie jedem Einzelnen Impulse, sein volles Potenzial zu entfalten und seine Persönlichkeit in die berufliche Rolle einzubringen. Dabei bleibt Christa Eversmeyer offen und entscheidet oft situativ, welcher Ansatz bei welcher Thematik am wirkungsvollsten ist. Ihr Fokus liegt auf Transformationsprozessen.


Business Coaches gibt es viele. Was machen Sie anders als andere?

Jeder hat ein reiches Potenzial an ungenutzten Fähigkeiten. Ich bin eine leidenschaftliche Entdeckerin, die die Essenz menschlicher Denk- und Verhaltensweisen verstehen möchte. Obwohl ich viele Coachingmethoden beherrsche, folge ich meinem Gefühl und handle aus der Präsenz heraus. Als Persönlichkeitstrainerin betrachte ich den einzelnen Menschen. Ich sehe die Stärken in seinen Schwächen, aber auch die Schwächen in den Stärken. Es geht mir darum, ein Bewusst-Sein für den Wert zu entwickeln, den jeder Einzelne zum Erfolg einer Gemeinschaft und zum Ganzen beiträgt. Komplexe Systeme mit vielschichtigen Strukturen finde ich hochspannend. Wenn alle Möglichkeiten zur individuellen Kraftentfaltung ausgeschöpft werden, wirkt sich das nachhaltig positiv auf das gesamte Unternehmen aus.

Persönlichkeitsentwicklung im Berufsleben. Wie kann ich mir das vorstellen?

Der Schlüssel ist die individuelle Haltung der Menschen, die auf neue Herausforderungen unterschiedlich reagieren. Daran lässt sich arbeiten. In Einzel- oder Teamsitzungen lernen meine Klienten, ihre Wahrnehmung für sich selbst, ihr Gegenüber und das Miteinander zu schärfen. Dabei kann es hilfreich sein, sich in bestimmten Kontexten vom sogenannten Selbst zu distanzieren und eine situations- oder funktionsbedingte Rolle einzunehmen. In manchen Momenten ist es sogar sinnvoll, bewusst eine Maske anzulegen. Masken dienen nicht nur der Verstellung oder Verschleierung. Sie sind ein nützlicher Filter, der uns vor anderen und andere vor uns schützt. Besonders für Führungskräfte ist es wichtig, präsent zu sein und bewusst aus ihrer Rolle heraus zu handeln, um etwas zu bewirken.

Apropos Wirkung. Was hat das verdrehte E in Ihrem Logo zu bedeuten?

Das entspricht mir einfach. E wie emotional, empathisch, eigensinnig. Ich bin berührungsängstefrei und wechsle gern die Perspektive, um die Dinge von verschiedenen Seiten zu betrachten. Nur so lernt man neue Facetten an sich und anderen kennen. Jeder hat die freie Wahl und kann jeden Tag bewusst entscheiden, welche Richtung er seinem Leben geben will. Man muss sich nur fragen, welchen Preis man bereit ist zu zahlen – für die Veränderung, die man sich wünscht. Auch ich habe Höhen und Tiefen erlebt, alte Pfade verlassen und öfter mal etwas Neues gewagt. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften habe ich den harten Berufsalltag im Callcenter und Außendienst in der Versicherungsbranche erlebt. Ob in der Theorie oder in der Praxis, ich tauche gern tief in andere Welten ein, um sie zu verstehen.

Klingt nach einem bewegten Lebensweg. Wie geht’s weiter?

Als Coach und Trainerin lerne ich immer wieder neue Menschen und deren Geschichten kennen. Persönlichkeiten darin zu bestärken, in Kontakt mit sich zu gehen und ihre Facetten zu beleuchten, darin sehe ich meine Berufung. Das ist meine extravertierte Seite. Die andere ist wesentlich ruhiger. Seit einem Jahr meditiere ich täglich. Einmal im Jahr nehme ich mir bewusst eine Auszeit in einem Schweigekloster. Ich bin Vegetarierin und gehe regelmäßig laufen. Mein persönliches Ziel ist, mit meinem Mann 2015 den Kailash oder den Himalaya zu besteigen. Zur Zeit entwickle ich ein eigenes Coachingformat für mehr Achtsamkeit und Energie im Beruf. Wie Sie sehen, hab ich noch einige Ideen, die ich verwirklichen möchte. Ich lasse mich einfach ein.